Protestantische Pfarrkirche (Elmstein)
| Protestantische Pfarrkirche | ||
|---|---|---|
Kirche aus südlicher Richtung, im Hintergrund erstreckt sich der Schloßberg | ||
| Daten | ||
| Ort | Elmstein | |
| Architekt | August von Voit (Schiff) Franz Schöberl (Turm) | |
| Baustil | Sandsteinquader-Saalbau (Schiff), Späthistorismus (Turm) | |
| Baujahr | 1841–1843 (Schiff) 1899–1900 (Turm) | |
| Höhe | 45[1] m | |
| Grundfläche | 364[1] m² | |
| Koordinaten | 49° 21′ 6,7″ N, 7° 56′ 5,7″ O | |
Die protestantische Pfarrkirche ist ein Sakralbau in Elmstein im pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim, der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Sie gehört zur Protestantischen Kirchengemeinde Elmsteiner Tal, die wiederum Teil des Dekanats Neustadt der Evangelischen Kirche der Pfalz ist.[2][3] Darüber hinaus steht sie unter Denkmalschutz und gilt als ortsbildprägend.
Lage
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Die Kirche steht an der Südseite der örtlichen Hauptstraße, die mit der Landesstraße 499 identisch ist. Unmittelbar benachbarte Gebäude sind das ebenfalls denkmalgeschützte protestantische Pfarrhaus im Westen sowie die Alte Samenklenge im Osten. Unmittelbar nördlich erstreckt sich der Schloßberg, zu dessen Südfuß bereits die Bebauung der Nordseite der Hauptstraße gehört.
Vor der Kirche steht eine 1913 am hundertsten Jahrestag im Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig gepflanzte Linde.[4]
Baubeschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Bauwerk ist eine Saalkirche, die im Rundbogenstil errichtet und mit neuromanischen sowie neobyzantinischen Motiven versehen wurde.[5] Sie besteht aus rotem Sandstein, der aus der Region stammt.
Hinzu kommt ein von 1899 bis 1900 nach Plänen des Architekten Franz Schöberl gebauter späthistoristischer, 45 Meter hoher Fassadenturm mit schiefergedecktem Steildach und kleinen Ecktürmchen.[6]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorgängerbau und 19. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kurfürst Ottheinrich führte 1556 die Reformation in der Kurpfalz ein, zu der Elmstein seinerzeit gehörte. An der Stelle der Kirche stand einst die spätestens seit dem 15. Jahrhundert existierende Kirche St. Simon und Judas, die 1707 den Protestanten zugeschlagen wurde. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde sie zunehmend baufällig und darüber hinaus für die wachsende Zahl an Gemeindemitgliedern zu klein. Der letzte Gottesdienst in dieser Vorgängerkirche wurde am 10. Mai 1841 gehalten; bereits am nächsten Tag begann der Abriss.[7]
Für die Arbeit an der neuen Kirche zeichnete der Bauunternehmer und Kaiserslauterer Bürgermeister Adam Weber verantwortlich. Die Fundamente wurden ab dem 23. Juni 1841 ausgehoben, den Grundstein legte der damalige Ortspfarrer Johannes Dammheimer am 8. August.[7] Die heutige Kirche wurde am 14. Mai 1843 eingeweiht; ihre Errichtung kostete seinerzeit 12.500 Gulden.
Der Glockenturm an der Ostseite hatte zunehmend Risse. Deshalb wurden die Glocken provisorisch an der Westseite in einen neuen Glockenturm aus Holz untergebracht. Um das Problem dauerhaft zu lösen, wurde der Kirche ab 1899 durch das ortsansässige Bauunternehmen Haag und Landeck ein 45 Meter hoher Kirchturm angebaut, der am 4. November 1900 fertiggestellt war. Zugleich wurden die oberen Fenster vergrößert, um der Dunkelheit im Innenraum entgegenzuwirken.[1]
20. und 21. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirchengemeinde wurde am 1. Juli 1975 mit ihrem Pendant in Iggelbach zusammengelegt.[8] 1981 wurde die Kirche renoviert. In dieser Zeit fanden die Gottesdienste in der nahen katholischen Kirche Mariä Heimsuchung statt.[9]
Im Zuge der Auflösung der benachbarten Protestantischen Kirchengemeinde Esthal-Frankeneck-Neidenfels wurde die Protestantische Kirche in Frankeneck der neuen Protestantischen Kirchengemeinde Elmsteiner Tal zugeschlagen, als deren Pfarrkirche das Elmsteiner Gotteshaus seither dient.[2][10][11]
Ab 2018 war die Pfarrstelle für die Dauer mehrerer Jahre nicht besetzt; die Gottesdienste wurden während dieser Zeit in Vertretung von anderen Pfarrern, Lektoren und Prädikanten aus dem Dekanat gehalten.[12] Seit Anfang 2025 ist die Stelle wieder besetzt; in einem Gottesdienst am 9. März des Jahres wurde die Pfarrerin in ihr Amt eingeführt.[13]
Innenausstattung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche verfügt über 391 Sitzplätze. Die Innenausstattung wird von Eichenholz dominiert.[1] Ende 1926 folgte eine Vergrößerung der westlichen Empore, die einer neuen Orgel sowie dem Kirchenchor Platz bieten sollte.
In der Kirche befindet sich der Grabstein des Ritters Heinrich von Pagk, der von 1492 bis 1515 Lehnsherr der Burg Elmstein war.[4]
Orgeln
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Das Gotteshaus enthielt zunächst eine 1838 von Wilhelm Friedrich Overmann gebaute Orgel.[14] Die jetzige Orgel wurde 1928 von der Giengener Orgelmanufaktur Gebr. Link als Opus 707 erstellt und 1958 von Oberlinger umdisponiert. Sie hat 18 Register sowie zwei Transmissionen auf zwei Manualen und Pedal, Kegelladen und pneumatische Trakturen.[15] Die alte Orgel wurde während des Zweiten Weltkriegs abgerissen.[9]
- Heutige Disposition
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P, Super II/I, Super im II; freie Kombination, vier feste Kombinationen; Crescendo-Walze
Glocken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche hatte zunächst zwei Glocken, die von der Vorgängerkirche übernommen worden waren. Im Zuge des Baus des Kirchturms um 1900 wurde eine eingeschmolzen und durch zwei neue größere ersetzt. Nachdem in den beiden Weltkriegen die jeweiligen Glocken für militärische Zwecke eingeschmolzen werden mussten, existiert das aktuelle Geläut bestehend aus drei Glocken seit 1951; dabei wurde die bis dahin verbliebene kleine Glocke als Zahlungsmittel von der zuständigen Glockengießerei Schilling eingeschmolzen.[8] Das Geläut erklingt in den Tönen g′, b′ und c″.[16]
| Name | Gewicht | Inschrift |
|---|---|---|
| Taufglocke | 217 kg | Ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Jesus Christus. |
| Betglocke | 308 kg | Suchet den Herrn, solange Er zu finden ist; rufet ihn an, solange Er nahe ist |
| Totenglocke | 530 kg | Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben |
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Georg Peter Karn, Ulrike Weber (Bearb.): Kreis Bad Dürkheim. Stadt Grünstadt, Verbandsgemeinden Freinsheim, Grünstadt-Land und Hettenleidelheim (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 13.2). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2006, ISBN 3-88462-215-3.
- Erich Uhly: Protestantische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 139–143.
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim (PDF; 5,1 MB). Mainz 2023.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d Erich Uhly: Protestantische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 141.
- ↑ a b Willkommen auf der Internetseite der Protestantischen Kirchengemeinde Elmsteiner Tal. Abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ Prot. Kirchengemeinde Elmsteiner Tal. Abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ a b Elmstein Protestantische Pfarrkirche. Abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ Erich Uhly: Protestantische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 140 f.
- ↑ Erich Uhly: Protestantische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 141.
- ↑ a b Erich Uhly: Protestantische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 140.
- ↑ a b Erich Uhly: Protestantische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 143.
- ↑ a b Erich Uhly: Protestantische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 142.
- ↑ Protestantische Kirchengemeinde - 50 Jahre protestantische Kirche in Frankeneck. 29. Mai 2011, abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ Pfarrhaus zu verkaufen. 14. Februar 2015, abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ Jahrelange Vakanz der Pfarrstelle: Hoffnung im Elmsteiner Tal. 8. November 2024, abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ Ein herzliches Willkommen für Pfarrerin Susanne Dietrich im Elmsteiner Tal. 9. März 2025, abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ Gero Kaleschke: Der Orgelbau in der Pfalz. In: Friedrich W. Riedel (Hrsg.): Die Orgel als sakrales Kunstwerk. (= Neues Jahrbuch für das Bistum Mainz. Beiträge zur Zeit- und Kulturgeschichte der Diözese. Nr. 1). Band 1. Beiträge zur Orgelgeschichte im ehemals kurrheinischen Reichskreis und seinen Nachfolgestaaten. Verlag des Bischöflichen Stuhles, Mainz 1992, DNB 941126080, S. 88–114, hier: S. 106.
- ↑ Elmstein, Protestantische Kirche – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 21. September 2025.; dort auch die originale Disposition von 1928.
- ↑ Elmstein Prot. Kirche Elmstein b` + Plenum. In: youtube.com. 27. Juli 2019, abgerufen am 22. September 2025.
- Bauwerk in Elmstein
- Kirchengebäude im Landkreis Bad Dürkheim
- Kirchengebäude der Evangelischen Kirche der Pfalz
- Kulturdenkmal in Elmstein
- Erbaut 1843
- Kirchengebäude in Europa
- Saalkirche in Rheinland-Pfalz
- Bauwerk des Rundbogenstils in Rheinland-Pfalz
- Kirchengebäude des Rundbogenstils
- Pfarrkirche in Deutschland
- Bauwerk aus Sandstein
